Was mich bewegt und innehalten lässt
Graffiti Residenzstraße Ansbach / 20170319163457

Graffiti Residenzstraße Ansbach

Die Residenzstraße in Ansbach verläuft parallel zur Fränkischen Rezat. Vor dem Schloss liegt die Straße gut vier Meter höher auf einem Wall, der zum Fluss hin durch eine stattliche Betonmauer begrenzt wird. Deren tristes Anthrazit scheint seit jeher kreative Geister anzuziehen. Zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, diese Mauer jemals für einen längeren Zeitraum ohne Dekoration gesehen zu haben. Wohl fand in der Vergangenheit des Öfteren ein Übertünchen alter Werke statt. Ob dies jedoch von Graffitikünstlern zum Zwecke der Neugestaltung oder von offizieller Stelle zur Wiederherstellung der Ordnungsmäßigkeit stattfand, vermag ich kaum zu beurteilen. Nicht immer war es ein visueller Genuss, die Brücke stadtauswärts zu passieren. Zwar liegt Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters, doch glaube ich, dass auch der Unbedarfte den Unterschied zwischen rasch angebrachter Konzeptlosigkeit und wohldurchdachtem Können wahrnimmt. In den zum Zeitpunkt meiner Aufnahme vorhandenen Werken sehe ich Eifer und Sorgfalt. Mir gefällt es, auf welche Art und Weise die Graffitis farbliche Akzente setzen.

Zunächst besuchte ich diesen Ort ein einem nur leicht bewölkten Tag kurz vor Sonnenuntergang. Ich hatte angenommen, dass die ins Bild hineinragende Straßenbeleuchtung während der Blauen Stunde besonders gut wirke. Nachdem ich jedoch meine Kameraausrüstung aufgebaut und erste Probeaufnahmen gemacht hatte, schaltete sich unversehens die Fassadenbeleuchtung des Schlosses ein. Die dann folgenden Aufnahmen waren leider aufgrund eines nur schwer korrigierbaren Farbstiches – diesen stellten ich erst zuhause beim Sichten fest – nicht verwendbar. Außerdem entsprach die Wirkung der Straßenbeleuchtung nicht im Geringsten meiner Vorstellung.

Einige Tage später an einem Nachmittag besuchte ich diesen Ort erneut. In den Tagen zuvor hatte es ausdauernd geregnet und die Fränkische Rezat trat ein wenig über das Ufer. Aus Richtung des Rezatparkplatzes kommend, unter der Brücke hindurch, glich der Zugang einem Minenfeld – Morast und Hundekot. Dunkle Wolken am Himmel kündigten weiteren Regen an und so machte ich mich zügig an die Arbeit.

Für die Aufnahme verwendete ich ein Objektiv mit 23mm Brennweite. Ein Filter ND 0,9 erlaubte mir bei ISO 200 und ƒ/16 eine Belichtungszeit von einer Sekunde. Im Rahmen einer Belichtungsreihe nahm ich zwei weitere Bilder auf – eines mit halber und eines mit doppelter Belichtungszeit. Diese drei Aufnahmen setzte ich später im Rahmen eines Exposure Blendings zusammen. Durch die relativ lange Belichtungszeit wurde der Fluss in mittlerer Bewegung abgebildet um in der Struktur dem Wolkenbild zu entsprechen und als Einheit mit selbigem in Kontrast zum Graffiti zu stehen. Die Farbe des Himmels ist komplementär zu der des Flusses und erzeugt dadurch Harmonie.

Auf der nachfolgenden Karte ist der Ort der Aufnahme markiert. Sie lässt sich im Vollbildmodus betrachten, lässt sich vergrößern, verkleinern und verschieben, und enthält weitere anklickbare Markierungen, die zu anderen Fotografien führen.

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Plönlein Rothenburg ob der Tauber: 49.374700, 10.180053
Graffiti Residenzstraße Ansbach: 49.303475, 10.575382
Spitalgasse Rothenburg ob der Tauber: 49.371112, 10.180998
Karlsplatz Ansbach: 49.300005, 10.575022

Das nachfolgende Bild ist anklickbar. Es lässt sich im Vollbildmodus betrachten, es lässt sich vergrößern, verkleinern und verschieben, und es kann zur weiteren Nutzung unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International  heruntergeladen werden.

Graffiti Residenzstraße Ansbach / 20170319163457 | Bernd Hartenberger | CC BY-SA 4.0 International

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